PERSÖNLICHE ERLEBNISSE UND WARNUNG VOR DER "NEUEN" FRIEDENSBEWEGUNG

Das Ex -Mitglied Martin, aus dem Unterstützerkreis Leipzig warnt eindringlich vor den "neuen Rechten"
und den
"Montagsdemos", dieser sogenannten "Friedensbewegung 2014"

Mein Name ist Martin, ich bin Antifaschist, ich verstehe mich als Linker ohne Parteibindung, politisches aktives Mitglied unserer Gesellschaft, ich komme aus Leipzig. Die Pluralität unseres Lebens und basisdemokratische Werte sind mir wichtig und deswegen werde ich auf keinen Fall eine Mahnwachen für den Frieden weiter unterstützen, die im Verlauf der letzten Wochen von Berlin aus gesteuert entstanden ist!Ich kann Begeisterung aufbringen, für die Idee Forderungen an die Politik nach sozialer Gerechtigkeit, Bildung und Frieden endlich in die Öffentlichkeit zu bringen. Auch der Gedanke dafür zu demonstrieren und eine wirklich große Menge an Menschen darauf aufmerksam zu machen erscheint mir gerechtfertigt.

Im Zuge der neuen Montagsdemos bestätigte sich bei mir jedoch ein schlechtes Bauchgefühl, das ich von Anbeginn hatte, nur nicht mit den richtigen Worten zu beschreiben wusste. Irgendetwas konnte nicht stimmen an der Forderung nach Frieden, in Verbindung mit dieser Art und Weise, wie die ganze Bewegung auf die Beine gestellt wurde. Die streng geforderte Umsetzung der bundesweiten Vernetzung, ich konnte es zuerst nicht erfassen. Nun habe ich den Überblick gefunden, um das zu beschreiben was passiert ist:
In dem Kreis des Unterstützertreffen und dem Orga-Team Leipzig ist mir bewusst geworden, wie schnell der Weg von einer vermeintlich bedrohten Republik in den Fachismus funktionieren kann → oder viel mehr noch man sich fragen sollte, ob es nicht genau so zum Aufstieg der Nationalsozialisten gekommen sein muss.

Die bundesweiten Mahnwachen sind als Querfront zu verstehen, die dem rechtem Verständnis und extremen Weltanschauungen Tore in den Köpfen der Menschen öffnet!

Hierbei muss ich noch anmerken, dass die meisten Unterstützer der Mahnwachen wenig politisiert scheinen und zum Teil einfach sehr naiv an die Dinge heran gehen. Der Großteil von den Leute hier in Leipzig will einfach, dass sich etwas bewegt und sucht sicher wirklich ehrliche Ansatzpunkte.
Aber wenn sogar politisch gefestigte Personen in den letzten Wochen einer Propaganda-Kampagne auf den Leim gegangen sind, was hat dies dann mit unerfahrenen Leuten gemacht?
Wir müssen diese Menschen aufklären, abholen und politisch interessieren! Passiert das aber völlig unbedacht in solch einer Form, dann halte ich persönlich das für potentiell gefährlich!
Deshalb erachte ich es als notwendig, die Geschehnisse der letzten zwei Monate in genau diesem Zusammenhang zu rekonstruieren!

→ BAUCHSCHMERZEN DURCH SCHWERE KOST VON MISTER MONSANTO

Von Anbeginn war ein Sebastian dabei, der augenscheinlich zur bundesweiten Organisationsstruktur aus Berlin gehört. Er hielt die ersten viel beachteten Reden in Leipzig. Zum "Nahrungsmittelproduzenten" Monsanto, mit ganz eigenen Vorschlägen sich dieser "Bedrohung des Friedens" zu stellen. Im Nachhinein ist mir bewusst geworden, dieser Mensch vertritt nicht nur einen militärischen Ton, sondern fordert auch einen entsprechend autoritären ''Führungsstil''.
Mein subjektiver Eindruck, dass hier eine rechte Wahlkampange für die bevorstehende Europawahl auf eine pervertierte Art und Weise geführt wird, verstärkte sich mit jeder Woche mehr.

Ich versuchte Kritik zu üben, um den Kundgebungen hier in Leipzig einen anderen Ansatz zu geben. Ein Versuch der zum Scheitern verurteilt war. Nach bereits wenigen Treffen stand ich mit meiner Meinung so gut wie isoliert da. Bedenken wurden versucht zu ignorieren oder klein geredet.
Gebetsmühlenartig wurde daran erinnert: "Wir müssen an die Bewegung denken. An den Frieden. Wie wir ihn erreichen wollen. Wenn wir jetzt nicht aufstehen und dafür sorgen dass alles in die Öffentlichkeit kommt, werde ein Dritten Weltkrieg nicht zu verhindern sein. Ein neues System muss aufgebaut werden. Dabei stören die Diskussionen um links und rechts. Nur Menschen können dafür sorgen das Frieden ist." – weltweit natürlich.

→ LEIPZIG ALS DAS ZWEITE BERLIN BRAUCHT WIRKLICH NIEMAND

Im Vorfeld der Woche vom 12.05 wurde heftig diskutiert, ob eine weitere Verknüpfung zu Berlin statt finden sollte. Gegenstimmen, die schon von Anfang an eine schärfere Distanzierung zu einigen Thesen aus Berlin gefordert hatten, wurden da schon regelrecht aggressiv abgewehrt. Aber trotzdem erschien es mir abgestimmter Konsens, dass zumindest kein Redner aus Berlin hierher auf den Augustusplatz kommen sollte.
Als ich an dem dann kommenden Montag gegen Mittag von einem Freund erfuhr, Ken Jebsen hätte sich auf Twitter angekündigt, konnte man sich nur wie vor den Kopf geschlagen fühlen. Und Ken Jebsen redete tatsächlich – und wie

Nach seinem Beitrag zur "Neuen" Friedensbewegung hier in Leipzig auf den Stufen der Oper war ich außer mir! Entsetzt bin ich bis heute und teilweise packt mich die Wut! Ich kann nicht verstehen, warum man einen Demagogen mit der Maske des ''Friedensboten'' nicht erkennt! Nein, die Menschen applaudieren dem Wahnsinn entgegen – einem bei dem Widerspruch von mir und anderen wohl nicht erwünscht ist. Ich wollte meine Meinung dazu äußern, doch das offene Mikro wurde mir für diesen Anlass verwehrt. Die Anwesenden wussten, dass ich nicht mit Kritik sparen würde.
Wenn auch mir damals nicht wirklich klar war, ob ich es fertig bringe die Dinge so direkt beim Namen zu nennen – so denke ich wird es nach diesem Text keine weiteren Fragen dazu geben.

→ BERECHTIGTES MISSTRAUEN TRIFFT AUF VÖLLIGES UNVERSTÄNDNIS

Ein Herr Jebsen muss sich schon die Frage gefallen lassen: Wie kann es sein, wenn er doch immer wieder mit Antisemitismus Vorwürfen konfrontiert wird, dann aber keine glaubwürdigen Argumente hervorbringen kann, diese zu entkräften?
Bei uns in Leipzig wurde von ihm erklärt was Semiten sind und welche Stämme dazu gehören. Aber wieso hat er nicht mit einem Wort erwähnt, dass Antisemitismus nur eine einzige Bedeutung hat? Das er keinen Duden online nutzen könnte, will ich mir nicht vorstellen!
Kann es denn nicht viel mehr sein, dass eine "Neue" Friedensbewegung aufgrund diverser Wortführer der ersten Stunde schon von Vornherein ein negatives Echo hervorrufen musste? Ist es vielleicht so, dass die offensiven Kritiker der ersten Stunde nur in eine Falle getappt sind, um den Verfechtern eines "Neuen" Weges die Legitimation für ihre Art der Friedensbotschaft zu bringen?
Hat nicht gerade auch der Ostermontag in Berlin gezeigt, wie sehr umstritten etwas "Neues" wagen plötzlich sein kann? Vor allem wenn man Neofaschisten und Antisemiten mit den dargebotenen Reden in pure Euphorie versetzt.
Die einzige Bedeutung die Antisemitismus hat ist: JUDENFEINDLICHKEIT! Wie sollen denn Israelis den Palästinensern gegenüber antisemitisch sein? Das sind keine Juden! Wieso kann ein Herr Jebsen bei so einem sensiblen Thema die Fakten nicht richtig benennen? Warum ist die Betrachtung so oberflächlich – so etwas macht ein seriöser Journalist nicht!

UND NUN?!? → ZERSTÖRTES VERTRAUEN NACH GUT ZWEI MONATEN POLITIK THEATER

Was mich letztendlich aber am meisten erschrocken hat und nicht mehr so richtig los lässt, ist die Veränderung von vielen Menschen im Umkreis der Montagsdemos allein hier in Leipzig. Gerade auch mit einer Betrachtung der Entwicklung im Internet. Diese Bewegung selbst ist ein hervorragendes Beispiel wie Propaganda und Faschismus tatsächlich funktioniert!
Innerhalb kürzester Zeit wurde kaum noch kritisiert, sondern rechtem Gedankengut völlig widerspruchslos alle Aufmerksamkeit gewidmet – teilweise erfolgreich als "Wahrheit" vermittelt!
Dabei möchte ich noch mal klar stellen, dass selbstverständlich nicht alle Beteiligten bewusst antisemitisch Denken geschweige den Handeln würden – jedoch zu vielen Menschen diese Problematik nicht im Geringsten bewusst zu sein scheint!
Einige Personen wirkten nach kurzer Zeit wie völlig entfremdet auf mich – der Konsens der Gruppe fand sich langsam aber sicher bei dem Motto: ''Bist du nicht mit uns Friedensaktivist, dann bist du unser Feind!" (...)
Die Treffen wirkten wie, auch hier fand ich erst keine Worte – ja, wie bei einer Sekte – Emotionale Abhängigkeiten wurden geschaffen, es gab Zuckerbrot und Peitschen

– IN DEM KONSTRUKT "MAHNWACHEN FÜR DEN FRIEDEN" WERDEN MENSCHEN INSTRUMENTALISIERT, MANIPULIERT UND MISSBRAUCHT –

Wenn ihr euch fragt was da wirklich abgelaufen ist, dann erinnert euch an das Projekt "Die Welle" und denkt noch einmal nach! Denn genau das hat man probiert und wenn es die Leute nicht erkennen passiert vielleicht noch mehr!

→ DER SONDERBARE WEG ENTSPRICHT EBEN DEM DER NEUEN RECHTEN

In einer komplexen Welt kommen einfache Erklärungsmodelle gut an und werden von bestimmten Kräften immer wieder benutzt. Weder die historische NSDAP noch die aktuelle NPD lassen sich ohne ein Grundverständnis von antisemitischen Verschwörungstheorien analysieren.
Ein geschlossenes Weltbild und klare Feindbilder haben alle Pro Deutschland Bewegungen und auch der norwegische Rechtsterrorist Anders Breivik gemein.
Ja, ich gehe soweit: ohne Verschwörungsideologien wäre weder die AfD noch die aktuelle Montagsquerfront möglich!
Wer für FRIEDEN einsteht, der macht dies uneingeschränkt für jeden Frieden auf der Welt! Man macht sich in dem Fall mit wirklich keiner Sache gemein, mit keiner Guten wie auch keiner Schlechten – sieht die positiven wie auch die negativen Dinge – UND ZWAR MIT ALLEN UND BEI ALLEM(!), egal auf welcher Seite und für mich auch EGAL OB UNTEN ODER OBEN!
Tut er dies nicht, so ist er im Geiste dabei dem Faschismus die Hand zu reichen (...)

→ DAS THEMA FRIEDENSBEWEGUNG 2014 DAMIT ABER NOCH NICHT BEENDET

Mit realistischen Inhalten, einer greifbaren Initiative, transparenten Strukturen, Zielen die wirklich anschlussfähig sind und in der Öffentlichkeit auch endlich die erforderliche Wahrnehmung erzeugen – kann man einer ernst gemeinten Friedensinitiative noch immer auf die Sprünge verhelfen!
Ich werde mich mit anderen zusammenschließen – als erstes sicher hier in Leipzig!
Gemeinsam sollten wir an Inhalte heran gehen, die wirklich für Frieden stehen und frei von von Feindbildern kommuniziert werden können!
Frei von Chauvinismus, Islamophobie, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Geschichtsrevisionismus und dehumanisierenden Strukturen!

→ WAS MIR WICHTIG IST

Meinen kurzen Erlebnisbericht verstehe ich als Warnung! Eine Warnung an euch Politiker, an die Damen und Herren der Medien und an unsere Gesellschaft allgemein: Schaut genau hin was passiert! Die braunen Gedanken kommen nicht mehr in Springerstiefeln und Bomberjacken! Nein, sie sind schon unter uns und manipulieren, instrumentalisieren und missbrauchen!

Fangt an wahrhafte Werte zu schaffen und die soziale Gerechtigkeit tatsächlich ernst zu nehmen! Schaut genau hin und hört zu!
Denn es ist definitiv 5 vor 12!



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