Beiträge und Erklärungen
zu den Montagsmahnwachen und den Protagonisten

Unter Kriegsgegnern - eine Montagsdemo im Fokus

Kurzdokumentation  über die Montagsmahnwachen in München von Felix Benneckenstein und
Mo Hernandez

(München, 26.Mai 2014)


Tropfen für Tropfen sickert rassistisches, antisemitisches und nationalistisches Gedankengut in vermeintlich "alternative" Kreise.
In diesem Film kann man
(auf einer Wahnmache in München) dabei zusehen.
(Jutta Ditfurth; 29. Mai 2014)

Artikel

Klartext zu den Mahnwachen der Montagsquerfront

Die Protagonisten der Mahnwachen und deren Derivate (Friedenswinter, Pegida, Endgame) bedienen sich der neuen Sprache des Antisemitismus. AfD und NPD-Leute, einige Angehörige der Partei DieLinke und der SPD teilen den selben antisemitischen Grundkonsens und teilen eine verkürzte/ falsche Kapitalismuskritik. Es gibt keinen grossen Unterschied mit den Bauernfängern zwischen den Weltkriegen. Ihre Sprache und Agitationsmuster sind denen der Nazis so ähnlich, dass man denken könnte, man lebe in dieser eigentlich schonlängst überwundenen Vergangenheit.

Die Anhänger dieser Bewegung vertreten meist ähnliche Ansätze, wie ihre Götzen auf der Bühne. Ihre Verhaltensweisen, von "Shitstorming" in den sozialen Medien, über Beleidigungen, offene antisemitische Äusserungen, bis hin zu Gewaltandrohungen gegen Kritiker der sogenannten Friedensbewegung lassen keinen Zweifel daran, dass Teile der Gesellschaft auf ein weiteres Dunkles Kapitel zusteuern. Die statistisch erfassten Gewalttaten gegen Minderheiten haben drastisch zugenommen. Morde an JüdInnen in Frankreich und Belgien, am leitenden Mitarbeiter des Jüdischen Museums in Prag (Tschechien) Überfälle und Brandanschläge gegen Synagogen in Europa und Demonstrationen gegen Juden auf denen  "HEIL HITLER" und "Juden ins Gas" skandiert wurde.
Im Verlauf der Mahnwachen gab es feindliche Übernahmen von Anonymous Seiten (die sogenannte Anonymous.Kollektiv-Seite Anonymous Chemnitz, Anonymous Germany etc. auf Facebook) als Agitationfläche , gewaltsame Verdrängung und die Vereinnahmung der Hartz-IV-Proteste, ebenso von Occupy der veganen und Gothic-Szene , elektronischer Musik, Hip-Hop- und Graffiti-Szene.
Linke Kultur wird immitiert und vereinnahmt.
Nun werden die Menschen, die gegen Ungerechtigkeit, für Humanismus und gegen Chauvinismus stehen, von den Mahnwachenorgas und Teilnehmer,
als die wahren Faschisten bezeichnet (Bsp.: Mike Nagler, Orga Leipzig).
Das Ganze nennt sich „Querfront“, diese Strategie gibt es schon seit Ende des Kaiserreiches. Sie bedeutet die gezielte Unterwanderung der Oppositionellen und die Verdrehung der politischen Standpunkte.(http://de.wikipedia.org/wiki/Querfront)
Die Ursachen dafür liegen im Bildungssystem und in der schwierigen Wirtschaftslage, im Niedriglohnsektor und in der Ausbeutung durch das  Wirtschaftssystem. Es ist es fatal, den erwachten Demagogen, welchen über Jahre Rassismus, Antisemitismus und homophobes Gehetze betreiben, Applaus zu spenden und eine Bühne zu bieten.
Die Verantwortung dafür tragen die jubelnden, verblendeten Anhänger der Montagsdemos selbst. Zum einen, weil sie freiwillig einseitiger Berichterstattung unterliegen (Jebsen, Elsässer, Popp und Kopp-Verlag), zum anderen, weil sie sich mit einfachsten Antworten zufriedengeben und diese vorgekauten Denkweisen kaum reflektieren. Diese Agitatoren haben leichtes Spiel ihre Zuhörer zu radikalisieren.

Auf komplexe Fragen gibt es aber nun einmal keine einfachen Antworten!

Kurt Tucholsky schrieb 1930:

„Und sie haben nicht einmal den Mut, zu Ihrem eigenem Namen zu stehen ...“


„Die behaupten, ›revolutionär‹ zu sein, wie sie denn überhaupt der Linken ein ganzes Vokabular abgelauscht haben: ›Volkspartei‹ und ›Arbeiterpartei‹ und ›revolutionär‹; es ist wie ein Konkurrenzmanöver ...“

„... Revolutionär sind die nie gewesen. Die Geldgeber dieser Bewegung sind erzkapitalistisch, der Groll, der sich in den Provinzzeitungen der Partei, in diesen unsäglichen ›Beobachtern‹ ausspricht, ist durchaus der von kleinen Leuten: Erfolg und Grundton dieser Papiere beruhen auf Lokalklatsch und übler Nachrede ...“

Die üble Nachrede kann man heute als Verschwörungsideologien beschreiben,
über die der sekundäre, hintergründige Antisemitismus verbreitet wird.
Ein gutes Beispiel dafür ist die FED-Debatte, über die die Verantwortung am Krieg (WK2) und der Holocaust relativiert werden sollen. Dies geschieht auf ganz einfache Weise: Man schreibt dem FED (FederalReserveSystem) die Kriegsschuld der letzten hundert Jahre zu, also den Amerikanern und den angeblich jüdischen Besitzern (die es allerdings garnicht gibt).
Man könnte noch etliche Beispiele des sekundären Antisemitismus
und für Ressentiments erbringen, um zu erklären, wie diese über Verschwörungsideologien transportiert werden, sollte dieses einfache Beispiel genügen.
Das Interesse an den Mahnwachen nimmt stetig ab, auch ihre Derivate von Friedenswinter bis Pegida und Pegada wurden erfolgreich blockiert und umfassend darüber aufgeklärt. Einen Sprung in die Mitte der Gesellschaft konnte die Querfont, wie zum Anfang des letzten Jahrhunderts nicht erreichen.
Jedoch zeigt uns das Beispiel Montagsquerfront, wie einfach es für die Hitlerfaschisten war, Menschen gegen Bevölkerungsgruppen und andere Nationen aufzubringen.
In schwierigen sozialen Lagen und einer Politik, die fern von den Bedürfnissen ihrer Bürger scheint und die Kluft zwischen arm und reich immer grösser wird, sind die Weichen hin zu einer antidemokratischen Bewegung schnell gestellt.

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antisemitismus leugnung.rtf antisemitismus leugnung.rtf
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Montagsdemos 2014 - U_berblick tf.docx Montagsdemos 2014 - U_berblick tf.docx
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Erfurter Orgateam abgesetz.rtf Erfurter Orgateam abgesetz.rtf
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Zu den ideologischen Grundlagen des Querfront-Projektes "Friedenswinter" am Beispiel zweier zentraler Redner:

OLG Frankfurt v. 08.11.pdf OLG Frankfurt v. 08.11.pdf
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Der Plan derer.pdf Der Plan derer.pdf
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G21.pdf G21.pdf
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AngriffaufGemeindemitglied.pdf AngriffaufGemeindemitglied.pdf
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Infografik zur Struktur der Querfront 2014/15

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