Klartext zu den Mahnwachen der Montagsquerfront

von Patrik Velicka
Initiator Aktionskunst gegen Faschismus "Aluhut für Ken"

Die Organisatoren der Mahnwachen bestehen – unserer Meinung nach
aus Personen, die sekundären Antisemitismus publizieren, Propagandisten und Rechtspopulisten.
Dabei spielen auch AfD-Parteimitglieder, angebliche SPD-Funktionäre und ehemalige NPD-Leute und Reakttionäre aus er Partei "DieLinke" eine Rolle. Gemeinsam agieren sie als antisemitische Querfront.
https://www.facebook.com/Aluhut.fuer.Ken.site
Die Anhänger dieser Bewegung vertreten meist ähnliche Ansätze, wie die Orgamitglieder.
Die Verhaltensweisen dieser „Teilnehmer“ reichen von massiven Shitstorming in den sozialen Medien,
über Beleidigungen, offen antisemitischen und rassistischen Äusserungen bis hin zu
Gewaltandrohungen auch mit sexuellen Hintergrund gegen die Kritiker.
  #Friedensbewegung2014 .
Da gibt es rechtskräftig verurteilte Faschisten, die das Merchandising betreiben, feindliche Übernahmen von Anonymous Seiten (die sogenannte Anonymous.Kollektiv-Seite, Anonymous Chemnitz, Anonymous Germany etc. auf Facebook), es gibt eine gewaltsame Verdrängung der bisherigen
Montagsdemonstranten (siehe Erfurter Orga), die Vereinnahmung der Hartz-IV-Proteste und Occupy.
Nun werden die Menschen, die gegen Ungerechtigkeit, für Humanismus und gegen
Chauvinismus stehen, von den Mahnwachenorgas und Teilnehmer,
als die wahren Faschisten bezeichnet (Bsp.: Mike Nagler, Orga Leipzig Attac).
Das Ganze nennt sich „Querfront“, diese Strategie gibt es schon seit Ende des Kaiserreiches.
Sie bedeutet die gezielte Unterwanderung der Oppositionellen Linken durch rechtsradikale Strukturen und die Verdrehung der politischen Standpunkte.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Querfront)

Traurig ist, dass es eine Gruppe von schlecht gebildeten Menschen gibt,
die die Augen vor der Realität verschließen wollen, die gern wieder ins gleiche Unglück rennen wollen,
wie ihre Großeltern zu Anfang des letzten Jahrhunderts.

Die Ursachen dafür liegen im Bildungssystem und in der schwierigen Wirtschaftslage, im Niedriglohnsektor und in der Ausbeutung Europas durch das deutsche Wirtschaftssystem. Es ist fatal, den erwachten Demagogen, welchen schon über Jahre Inhumanität, Antisemitismus und homophobes Gehetze nachgewiesen wurde, Applaus zu spenden und eine Bühne zu bieten.
Die Verantwortung dafür tragen die jubelnden, verblendeten Anhänger der Montagsdemos selbst.
Zum einen, weil sie freiwillig einseitiger Berichterstattung unterliegen (Jebsen, Elsässer, Popp und Kopp-Verlag), zum anderen, weil sie sich mit einfachsten Antworten zufriedengeben und diese vorgekauten Denkweisen kaum reflektieren.

Auf komplexe Fragen gibt es aber nun einmal keine einfachen Antworten!

Kurt Tucholsky schrieb 1930:

„Und sie haben nicht einmal den Mut, zu Ihrem eigenem Namen zu stehen ...“

„Die behaupten, ›revolutionär‹ zu sein, wie sie denn überhaupt der Linken ein ganzes Vokabular abgelauscht haben: ›Volkspartei‹ und ›Arbeiterpartei‹ und ›revolutionär‹; es ist wie ein Konkurrenzmanöver ...“

„... Revolutionär sind die nie gewesen. Die Geldgeber dieser Bewegung sind erzkapitalistisch, der Groll, der sich in den Provinzzeitungen der Partei, in diesen unsäglichen ›Beobachtern‹ ausspricht, ist durchaus der von kleinen Leuten: Erfolg und Grundton dieser Papiere beruhen auf Lokalklatsch und übler Nachrede ...“

Die üble Nachrede kann man heute als Verschwörungsideologien beschreiben,
über die der sekundäre, hintergründige Antisemitismus verbreitet wird.

Ein gutes Beispiel dafür ist die FED-Debatte, über die die Verantwortung am Krieg (WK2)
und der Holocaust relativiert werden sollen.

Dies geschieht auf ganz einfache Weise:
Man schreibt dem FED (FederalReserveSystem) die Kriegsschuld der letzten hundert Jahre zu, also den Amerikanern und den angeblich jüdischen Besitzern der Banken (Weltverschwörung).

Man könnte noch etliche Beispiele des sekundären Antisemitismus und für Ressentiments erbringen, um zu erklären wie diese über Verschwörungsideologien transportiert werden, sollte dieses einfache Beispiel genügen.

Das Interesse an den Mahnwachen nimmt langsam aber stetig ab, einen Sprung in die Mitte der Gesellschaft konnte die Querfont, wie zum Anfang des letzten Jahrhunderts, nicht erreichen,
Jedoch zeigt uns das Beispiel Montagsquerfront, wie einfach es für Rechtspopulisten ist und war eine grosse unkritische Masse an Menschen zu mobilisieren und mit rechtspopulistischer Agitation zu beeinflussen und
Menschen gegen andere Bevölkerungsgruppen und fremde Völker aufzubringen.
In schwierigen sozialen Lagen und einer Politik, die fern von den Bedürfnissen ihrer Bürger scheint,
die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser wird, sind die Weichen
hin zu einer antidemokratischen Bewegung schnell gestellt. Die Rechte wartet auf diese Momente um zuzuschlagen.
Nachtrag:
Nachdem die Mahnwachen /Montags-/Friedensdemos einer angeblich neuen Protestkultur den Weg geebnet hatten, traten radikalisiertere Formen dieser Kunstrasenbewegung in Erscheinung.
Sie nennen sich
PEGIDA, LEGIDA, PEGADA/ENDGAME, HOGESA etc.
Allesamt völkische Veranstaltungen, die unter der Maske der Bürgerlicheit, die Mitte der Gesellschaft über Alltagsrassismus zu offenem Fremdenhass führen sollen.
Auch wieder mit dem Ziel eine Masse an Menschen zu bewegen, eine gefühlte Mehrheit zu erzeugen, welche die Demokratie wegputschen soll. Im Grunde versuchen sie die Machtergreifung der Nationalsozialsten nachzuspielen. Mit dabei sind die rechten Parteien von AFD, NPD, Identitäre, Der-III-Weg und hintergründig der CDU/CSU-Fraktion.  Gesprächsbereit erklären sich mit den Bewegten die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen, hochrangige Mitglieder der Bundestagsfraktion "DIE LINKE" sowie Vizekanzler Sigmar Gabriel und verschiedene TV-Formate, wie zum Beispiel das von Günther Jauch.
Die Gefahr die von diesem braunen Mob ausgeht wird ignoriert, brennende Flüchtlingsheime, gesteigerte Quoten der Übergriffe mit rechtsradikalem, rassistischem und antisemitischem Hintergründen sind Folgen dieses Rechtsrucks.